Um den Europäischen Aal in unserem Neckar heimisch zu behalten, bedarf es der Unterstützung, sonst könnte er aussterben. Seine Fortpflanzung ist eines der bemerkenswertesten und rätselhaftesten Lebenszyklen im Tierreich. Die Aale im Neckar wachsen hier auf. Erst im Alter von 15 – 30 Jahren werden sie geschlechtsreif, nun beginnt die Phase ihres Lebenszyklus. Sie beginnen, an ihren Geburtsort zu wandern. Doch dieser ist nicht etwa im Rhein oder der Nordsee. Nein, alle Europäischen geschlechtsreifen Aale treffen sich zur Fortpflanzung in der Sargassosee im zentralen Nordatlantik nahe den Bahamas, also rd. 5000 km von unserer Nordsee entfernt.
Die kleinen durchsichtigen Larven werden von den Meeresströmungen zurückgetrieben und finden den Fluss, in dem ihre Mutter gelebt hat. Das hat über Jahrhunderte gut funktioniert. Bis wir Menschen die Flüsse verbaut haben. Den Neckar haben wir gleich in 27 Staustufen für unsere Schifffahrt aufgeteilt. Die Höhenunterschiede bei den Staumauern werden für den Betrieb von Stromturbinen genutzt, das bedeutet, der Hauptwasserstrom fließt in die Turbine und mit diesen auch der Aal. Über die Überlebenschance gibt es unterschiedliche Erkenntnisse, je nach Interessenlage.
Nach einer Studie wäre das Abschalten der Turbinen an Hauptwandertagen eine optimale Chance für den abwandernden Aal. Das Problem: Wer zahlt den Betriebsausfall?
Nicht nur der abwandernde Aal hat den Menschen zum Feind. Nein, auch die in den Meeresströmungen treibenden Larven, später sogenannte Glasaale, sind in großer Gefahr. Menschen haben sie als Delikatesse entdeckt und nutzen ihre Wanderwegerkenntnisse, um sie großflächig mit Netzen abzufischen.
Auf diese Weise kommen nun auch unsere Besatzaale für 1-2 Jahre in eine Aalfarm, werden herangezogen und in die Flüsse eingesetzt. Ihre Größe etwa 8 cm und so auch das Gewicht.
In den Unteren Neckar wurden ca. 500 kg, das dürften etwa 60 – 70 Tausend kleine Aale sein, besetzt. Die Arbeiten vor Ort machte die Pachtgemeinschaft der Angelvereine. Finanziert wird dies über das Regierungspräsidium aus Mitteln der Fischereiabgabe, die von den Anglern bezahlt wird.
Den Nutzen der Bundeswasserstraße haben alle Menschen in der Region. Den vom Aussterben bedrohten wunderbaren Aal interessiert wohl nur die Angler/innen.
Nächstes Angeln: 17.05 Tandemangeln, Treffpunkt 07:30 am Weiher-Eingang














