Fisch des Jahres 2026

DER EUROPÄISCHE WELS

wurde zum Fisch des Jahres 2026 ausgewählt. Die Auswahl gibt es seit 1991 durch die organisierte Anglerschaft (Verbände) in enger Zusammenarbeit mit dem BfN und GfI. Für die Wahl spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, darunter die Naturschutzrelevanz. Auch soll mit dem Fisch des Jahres auf Probleme wie Gewässerverschmutzung, Flussverbauungen und Klimawandel hingewiesen werden.

Der Europäische Wels zählt ursprünglich zu den typischen Fischarten des Donau- und Rheinsystems. Am Oberrhein und in den angrenzenden Altrheinen ist er natürlicherweise heimisch. Durch die von Menschen geschaffenen Kanalverbindungen konnte er sich in unseren deutschen Flüssen stark ausbreiten, hier kam ihm die Erhöhung der Wassertemperaturen durch den Klimawandel zugute. In unsere Seen gelangte er insbesondere durch Besatzmaßnahmen.

Durch seine enorme Größe von bis zu 3 Metern und einem Gewicht von bis zu 150 kg hat er besonders in der Wachstumszeit einen erheblichen Nahrungsbedarf.

.Der Europäische Wels, einer von weltweit rd. 4000 Welsarten hat eine schleimige schuppenlose Haut, in diese ist ein komplexes System von Elektrorezeptoren eingebettet, dessen Funktion bislang nicht vollständig erforscht ist. Zur Orientierung im oft trüben Wasser nutzt der Wels seine 6 stark ausgeprägte Barteln. Diese empfindlichen Tastorgane spielen, neben dem Geruchssinn, eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Beute und Artgenossen. Welse nutzen niederfrequente Töne bei der Nahrungssuche, diese nutzen sie auch gemeinsam mit Körper-, Kopf- und Bartelkontakt zur innerartlichen Kommunikation. All dies und seine besonders kräftige Schwanzflosse tragen dazu bei, dass die Angelfischer für den Wels keine große Gefahr darstellen; natürliche Feinde hat er nicht. Als opportunistischer Räuber ernährt er sich überwiegend von Fischen, nimmt aber auch Insekten, Würmer, Krebse, Schnecken und Frösche auf. Größere Exemplare holen sich gelegentlich auch mal kleine Wasservögel und Säugetiere. Durch sein Auftreten wurden die natürlichen Lebensgemeinschaften vielerorts erheblich gestört, bis hin zum Verdrängen heimischer Fischarten, mit erheblichem Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht. Bei uns am Neckar bieten die Verbauungen (Stauwehre) dem Wels Unterstand, wo er die Fischansammlungen vor den noch nicht optimalen Fischaufstiegshilfen, darunter die Wanderfische wie Maifische und Meerforellen, als leichte Beute nutzt (beide Wanderfische sind am Stauwehr Ladenburg nachgewiesen).

 

Dort, wo der Wels ursprünglich verbreitet ist, spielt er eine wichtige Rolle im aquatischen Ökosystem, da er Fischbestände reguliert, anders wie der Kormoran, der bei uns Bestände zerstört. Insbesondere trägt er durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit bei.

(Dieser Bericht enthält Auszüge aus dem Mitglieder-Magazin FISCHWAID 4/2025 des DAFV)

Aktuelles von den Ilvesheimer Angelfischer/innen bei www.angelsportverein-ilvesheim.de